Erfahrung schon seit 1987
Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

SCHLEUDERVERLETZUNG

Die abrupte Besch leunigung des nach hinten gesicherten (z.B. Sitzlehne) Rumpfes führt zu einer peitschenschlagförmigen, gegensinnigen Rückwärtsbewegung des Kopf es. Je nach Krafteinwirkung, vor allem bei fehlender Abstützung (z.B. Nacken stütze), treten Schädigungen auf, die von einer einfachen Zerrung der Muskeln und Bänder bis hin zu komplizierten Wirbelbrüchen reichen können.

Weitere Schädigungsmöglichkeiten bei einer Schleuderverletzung sind Blutung und Ödeme (= Flüssigkeitsansammlung) im Bereich der ventralen Weichteile (= Verletzung von nichtknöchernen Teilen des Körpers im vorderen Bereich), ret ropharyngeale Hämatome (= Blutergüsse hinter dem Schlund) und Kehlkopfverletzungen.

Der veraltete Begriff „Schleuderverletzung“ wird zunehmend durch die (korrekte) Bezeichnung „Beschleun igung strauma“ ersetzt.

Nach Erdmann werden bei einer Schleuderverletzung 3 Schweregrade

 

unterschieden:

 

 

 

 

I: unauffälliges Röntgenbild, keine Weichteilverletzungen (= Verletzung

von nicht-knöchernen Teilen des Körpers),

 

 

II: isolierte Weichteilverletzungen und

 

 

III: knöcherne Verletzungen.

 

 

 

Oftmals persistiert (= verbleibt) nach der Akutphase ein Zervikalsyndrom, das dann auch als solches, wie unten ausgeführt, schmerztherapeutisch behandelt werden kann.
Bei verstärkten vegetativen Begleitsymptomen (Übelkeit, Brechreiz, Schwindel, Ohrgeräusche) haben sich Stellatumblockade
n (= Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in Serien bewährt.

Nicht selten verbleibt nach einer derartigen Verletzung trotz einer fachärztlichen Behandlung weiterhin ein Schmerz, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Krankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Länger bestehende Schmerzen nach einem Schleuderverletzung erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei Zustand nach Schleuderverletzung sind dies:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskelentspannung), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen)
  5. Akupunktur
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. Evtl. auch Chirotherapie

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Bei einem anhaltenden Schmerz sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden.

Infiltrative Lokalanästhesie:
Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die
Wirbelsäule angrenzenden Muskulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten (= kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur) nach vorheriger Identifizierung derselben.

Periphere temporäre (= oberflächliche, zeitlich begrenzte) Nervenblockaden:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von Schmerzausstrahlungen eignen sich beim Zervikalsynd rom Blockaden
(= Betäubungen) der korrespondierenden Ner venwurzeln (= Nervenaustrittstellen neben der Wir belsäule).
Gegen Schmerzausstrahlungen in den
Hinterkopf im Rahmen eines oberen Zervikalsyndroms wirken wiederholte Betäubungen Nn. occipitales (= Nerven am Hinterhaupt).
Schmerzausstrahlungen in
Schulter / Arm, wie sie beim mittleren/unteren Zervikalsynd rom in typischer Weise vorkommen, sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte hohe Blockade des Pl exus brach ialis (= Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich) nach Winnie an. Technisch risikoärmer und oft besser wirksam ist jedoch die kontinuierliche, retrograd hohe Pl exus brach ialis-Blockade mit Katheter (*siehe unten).
Zur Schmerzbehandlung kann auch die interskalenäre (= zwischen Muske ln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Pl exus brach ialis (auch kontinuierlich mit Katheter) durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.

Erläuterungen:

* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang) dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Bei der sog. retrograd hohen Blockadevariante des großen Armnervs wird der
Obera rm während den Katheterfüllungen mit einer Manschette abgestaut, so daß das Betäubungsmittel innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und dann auch im Schul ter- und unteren seitlichen Halsbereich wirken kann.
Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz
gedächtnis zu löschen.

Nachtrag zum Thema "Halskrawatte bei Beschleun igung strauma" (Quelle: www.netdoktor.at 13. 7.04)

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.

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Aktualisiert:>12.03.2009</> kusb&
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